Battery low.

Ich bin müde, sehr sogar, und das schon die ganze Woche.

Es begann damit, dass ich mich am Montag Abend nach der Arbeit 2 Stunden in den ÖV setzte, um in die Kleinstadt zu fahren, in der ich einen Grossteil meiner Schulzeit verbrachte. 6 Jahre lang ging ich da ins Gymnasium, mit einem Schulweg von gut 8km. In dieser Zeit lernte ich meine „Schul-Clique“ kennen, zwei Mädchen und ein Junge, mit denen ich im Teenie-Alter herumzog. Eine dieser Freundinnen ist auch jetzt, 15 Jahre später, noch meine beste Freundin. Sie fragte mich und die dritte im Bunde letzte Woche an, ob wir nicht an die „Austrinkete“ der Kneipe kommen, in der sie ab 16 am Wochenende als Barfrau gearbeitet hatte (ja, selbstverständlich illegal). In dieser Kneipe haben wir viele, viele Abende verbracht, mit rumsitzen, Würfel spielen, trinken, rauchen, quatschen. Diese Kneipe macht nun dicht, die damalige Chefin meiner Freundin lässt sich pensionieren. Am Montag Abend also pilgerte ich in die Provinz, um mit meinen Freundinnen Abschied zu nehmen von diesem Ort unserer Jugend. Es war lustig, es war irgendwie schräg, und es war irgendwie traurig, nicht so sehr der Kneipe wegen, eher weil mir klar wurde, dass wir jetzt erwachsen waren, weil ich wieder in meine Rolle als Gruppen-Clown verfiel und weil ich die Distanz spürte zwischen mir und der „dritten im Bunde“. Wir haben uns, wie man so schön sagt, auseinandergelebt.

Nichtsdestotrotz war es gegen 1 Uhr früh, als ich heimkam, und gegen halb 2, bis ich im Bett war. Am Dienstag musste ich wie gewohnt um 05:45 aufstehen und zur Arbeit fahren. Abends wurde es 18.30, bis ich den Betrieb verliess. Ich ging in die Teilzeit-WG, quatschte ewig mit der Mitarbeiterin und ging dann gegen 23 Uhr schlafen. Leider schlief ich in dieser Nacht so schlecht wie schon lange nicht mehr, viel mehr als 4 Stunden waren das nicht. Am Mittwoch war ich dann endgültig fix und fertig, ich konnte kaum arbeiten. Trotzdem musste ich bis 15 Uhr bleiben, um dann 2 h Zug zu fahren und ab 17 Uhr 2 Stunden Autofahren zu üben (ja, ich mache mit 31 nun doch noch den Führerschein). Es war 20 Uhr, als ich zu Hause war, und dann waren schwupps! 2 Stunden um, und ich ging schlafen. Gut 7 Stunden, dann wieder in aller Herrgottsfrühe auf. Heute Donnerstag war ich quasi im Zombiemodus.

Ich brauche mindestens 8 Stunden Schlaf pro Nacht. Wenn es weniger sind, reicht es nicht, dafür in der nächsten Nacht wieder 8 Stunden zu schlafen, nein, ich muss die verlorenen Stunden nachholen. Eigentlich. Ich reagiere sehr empfindlich auf Schlafmangel, nach 2 Nächten ohne Schlaf werde ich psychotisch, hundert Pro, egal, wie ausgeglichen ich sonst gerade bin. Zu wenig Schlaf führt bei mir zu einer Überreizung, ich werde emotional labil und kann mich nicht mehr konzentrieren.

Diese Woche fehlen mir bisher 8 Stunden Schlaf. Ich weiss nicht, wann ich das aufholen soll, ich habe morgen einen weiteren langen Arbeitstag vor mir, und auch am Samstag habe ich Programm. Es kann sein, dass ich den ganzen Sonntag einfach verschlafe. Das ist schade und es reut mich, ich möchte den Tag lieber aktiv geniessen. Aber ich mache ziemlich schnell schlapp, wenn ich so weiterfahre.

Zeit, eigentlich fehlt doch immer einfach nur Zeit. Zeit zum Schlafen, Zeit zum Quatschen, Zeit zum Verrichten von Notwendigem, Zeit zum Geniessen von Angenehmen.

Ich hoffe, dass ich meine Batterien bald wieder aufladen kann.

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2 Gedanken zu “Battery low.

  1. Kann es sein? Ein Mensch der DAS kennt?
    Ist müde sein nicht WIDERLICH???
    Ein Zustand dem man nicht entkommen kann, es sei denn, man schläft!
    HORRIBLE!
    Ich beneide die Menschen so, die sich ein Red Bull reinpfeifen und dann wach sind.
    Würde man mir das Zeug intravinös verabreichen, wäre es wie „Perlen vor die Säue geworfen!“
    Wie hast du es geschafft die 8 Stunden auszugleichen?
    Liebe Grüße, der Schlummerpieps aus Sleepyhollow 🙂

    • Ich für meinen Teil hole sowas einfach nur auf, wenn ich am Wochenende brutal alle Termine und Verabredungen absage und einfach einen Tag lang auf dem Sofa oder im Bett verbringe. Und das, obwohl ich eigentlich viel lieber etwas aktives unternehmen möchte. Aber ich habe gelernt, dass ich auf meinen Körper hören muss, wenn ich gesund bleiben will.

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